Birnengitterrost schickt seine Sporen auf die Reise

Die typisch orange-roten bis rostfarbenen Flecken leuchten schon von Weitem. Die warzenartigen Wucherungen an der Unterseite der befallenen Birnbaumblätter beweisen dann zweifelsfrei, hier ist der Birnengitterrostpilz (Gymnosporangium sabinae) am Werk. Für den Birnbaum selbst ist das angeblich nicht so schlimm. Sobald seine Blätter abfallen, ist für ihn die Infektion vorbei. Doch vorher gibt der Pilz noch seine Sporen ab.



Aber der Reihe nach... Der Gitterrost gehört zu den wirtswechselnden Rostpilzen. Das bedeutet, er braucht zwei Wirtspflanzen, um zu überleben. Das sind zum einen Birnbäume, zum anderen bestimmte Wacholder. Der Pilz überwintert an infizierten Zweigen und Nadeln einiger Wacholderarten und bildet dort von März bis Mai Sporennester (Wacholdergitterrost). Ist ein Wacholder infiziert, kann man das Mitte April erkennen. Bei Regen quellen die Sporennester auf, werden schleimig, schwabbelig, orangerot oder braun.

Der Frühlingswind trägt die Sporen auf junge Birnbaumblätter, wo sie sofort ins Blatt eindringen und keimen. Ungefähr vier Wochen später erscheinen auf den befallenen Blattoberseiten kleine orange farbige Punkte. Sie entwickeln sich im Sommer zu leuchtend orange-roten Flecken. Auf der Blattunterseite bilden sich ab August warzenartige helle Wucherungen. Aus diesen Sporenlagern entlässt der Pilz im Herbst seine Sporen, welche nun anfällige Wacholderarten befallen. Damit schließt sich der Kreis.

Im Gegensatz zum Birnbaum, bleibt ein einmal befallener Wacholder dauerhaft infiziert.
Am Birnbaum vereinzelt auftretende Gitterrostflecken haben nur geringen Einfluss auf das Wachstum des Baumes. Erst starker Befall schwächt das Gehölz. Teilweise fällt auch die Ernte aus, da die Birnen bereits am Baum verfaulen.

Was kann man also tun? Momentan gibt es kein zugelassenes Bekämpfungsmittel speziell gegen Birnengitterrost. Anfällige Wacholderarten sollten spätestens im Frühjahr auf Befall kontrolliert werden. Dabei müssen befallene Astpartien sofort entfernt werden, da bereits vor dem Aufquellen der Sporenlager Sporen freigesetzt werden. Am Birnbaum sind jegliche Bemühungen nahezu nutzlos. Man sollte allerdings im Herbst alle Blätter und verfaulten Birnen einsammeln und im Restmüll entsorgen.

Gitterrost lebt vorrangig auf aus Asien stammenden Wacholderarten. Die Empfänglichkeit schwankt dabei von Zuchtsorte zu Zuchtsorte. Heimischer Gemeiner Wacholder (Juniperus communis) wird dagegen nicht vom Birnengitterrost befallen. Importierter Wacholder fand übrigens seinen Weg in deutsche Gärten, als zahlreiche Nutz- durch Ziergärten ersetzt wurden.

Birnengitterrost im Triebestal





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